FSC Möve Obernau

Sicherheitsvortrag 2007


 Locker, lebhaft, engagiert, zukunftsorientiert, informativ und richtungweisend sind wohl nur einige Adjektive,
 die den diesjährigen Sicherheitsvortrag am Sonntag, den 11. 3. 2007 charakterisieren.
 Kalt und warm sind die anderen Aber dazu später.

 Zu Gast hatten wir dieses Jahr den neuen

   Flug Sicherheits Inspektor - FSI - von Bayern, Herbert Lehner

 Er ist erst seit letztem Jahr im Amt.
 Zusammen mit seinen Kollegen hat er ein neues Konzept erarbeitet,
 sie sind noch immer an der Verbesserung, wie man einen solchen Vortrag aufbaut.
 Im Vordergrund soll nicht mehr der „Frontalunterricht“ stehen, oder Statistiken mit Unfallbildern.
 Vielmehr sollen in gemeinsamen Gruppenarbeiten Möglichkeiten gefunden werden,
 Unfälle und Fehler zu vermeiden.
 Dies führte Herbert eindrucksvoll mit uns durch.

 Zunächst sei festzuhalten, dass sehr viele Mitglieder den Weg am Sonntag Nachmittag
 ins Vereinsheim(-halle) gefunden haben.
 Mit 47 Teilnehmern war es wohl der bisher am besten besuchte Sicherheitsvortrag.
 Dies zeigt, dass unser Verein ein großes Sicherheitsbewusstsein besitzt, und das ist auch gut so.
 In anschließenden Gesprächen mit Herbert stellte er unseren Verein als außerordentlich engagierten
 gut durchorganisierten Verein dar. Dieses Lob nehmen wir natürlich gerne auf.

 So, aber jetzt zum Vortrag.

 Da wir sehr viele Leute waren, starteten wir den Vortrag in der Halle.
 Den Beamer konnte man nicht richtig erkennen, 
 deswegen mussten wir die Hallentore schließen.
 Das bedeutete, dass es ziemlich kalt wurde, trotz der Sonne draußen.
 Also zogen wir in der Pause ins warme Clubheim um,
 wo Herbert seinen Vortrag fortsetzte.

 In der Halle begann
 die Präsentation
 mit einem witzigen
 Einstimmungsfilmchen.
 Ich denke, hier konnte jeder
 schmunzeln.
 

 Anschließend stiegen wir mit dem nötigen Ernst voll ins Thema ein.

 Nach einer kurzen Vorstellung seiner Person
 stellte uns Herbert die groben Themen des Vortrags vor.
 Zunächst ging er auf aktuelle Themen ein,
 wie zum Beispiel Luftraumänderungen an großen Flughäfen.
 
 Er stellte besonders heraus, dass man jede Saison das nötige Geld in neue ICAO Karten investieren soll.
 Den neuen (generellen) Transpondercode A/C 7000 erwähnte er bei dieser Gelegenheit auch kurz.
 Das ELT diskutierten wir ebenfalls an dieser Stelle.

 NOTAMS kann man im Internet kostenlos downloaden unter: www.dfs-ais.de/pilotservice

 Luftraum F stellte Herbert hier noch gesondert hervor.

 Es passieren immer mehr Unfälle, weil Piloten nicht mehr selbstverständlich mit ungewöhnlichen Flugsituationen umgehen können.
 Hier wird das Trudeln ausgiebig besprochen.
 Auch Scheininhaber sollten die Möglichkeit nutzen, dies mit Fluglehren immer wieder aufzufrischen.

 Als nächstes großes Thema wurde der Windenstart behandelt. Hier geht Herbert besonders auf Belastungen
 und die dadurch auftretenden Zentrifugalkräfte ein. Dadurch verringert bzw. erhöht sich die Mindestgeschwindigkeit im Windenstart.
 Dies sei eine häufige Unfallursache bei Windenstarts.
 Ich denke, den Windenstart haben aus dieser Sicht noch die wenigsten von uns betrachtet.
 Wie ich finde eine sehr interessante Herleitung.
 Am Ende dieses Themas wird noch auf den Seilriß eingegangen, und was nach einem solchen zu tun ist.
 Hauptpunkt hiebei ist die mentale Vorbereitung.
 Man soll sich vor jedem Start klar sein, dass ein Seilriß in jeder Höhe passieren kann.
 Hier muss man, ohne lange zu überlegen, die Abfolge der Dinge, die man tun muss, im Kopf haben.

 Das nächste große Thema ist der neue Ansatz von

   FLY TOP - FLug- SYcherheits Training für Organisationen und Piloten

 Ziele von FLY TOP sind die Analyse von Sicherheitsstrukturen im Verein, die Strategievermittlung,
 ein Organisationstraining und Pilotentraining. Im Vordergrund steht hierbei die Flugpsychologie und nicht die Flugphysiologie.
 Dies ist nötig, weil sich Piloten im Vergleich zu früher nicht stark verändert haben, im Gegensatz zu den Fluggeräten,
 die immer komplexer werden.

 Hier bekamen wir Karteikärtchen, auf die wir Fehler schreiben sollten,
 die uns in der letzten Saison beim Fliegen passiert sind.
 Dies regte die Diskussion an, und man merkte, dass jeder einzelne anfing,
 über sich selber und seine Fehler nachzudenken.
 Nach einiger Zeit sammelte Herbert die Kärtchen wieder ein.
 Diese werden im Flugsicherheitsbüro ausgewertet.
 Aus vorherigen Vorträgen ließ uns Herbert wissen,
 dass das mit Abstand am meisten vorkommende Wort „Vergessen“ sei.
 (Trinken vergessen, Hut vergessen,.....)

 Anschließend bekamen wir das Heinrich Dreieck erläutert, was besagt,
 dass auf einen Unfall ca. 30 schwere Störungen, 300 leichte Störungen
 und unzählig viele Auffälligkeiten kommen.


 Zur Zeit laufen für das FLY TOP Programm einige Pilotprojekte. In „Serie“ wird das Programm ab Herbst 2007 gehen.
 Die Vorstufe zu diesen Seminaren werden Safety - Audits an den Flugplätzen sein.
 Und die Steigerung der FLY TOPs werden mentale Trainingsseminare sein.

 Als letztes Thema wurde die Vermeidung von Kollisionen diskutiert.
 Durch immer mehr Technik im Cockpit wird das Sichtfeld jedes Piloten eingeschränkt.

  Es ist trotz Flarm und PDA etc. ein absolutes Muss, den Luftraum zu beobachten.

 Es wird keine Kurve eingeleitet, wenn nicht der Luftraum auf dieser Seite beobachtet wurde!!!

 Flarm ist eine zusätzliche Hilfestellung, ersetzt aber in keiner Form die individuelle Luftraumbeobachtung.
 Flarm ist schon sehr verbreitet, was auf ein großes Sicherheitsbewußtsein der Segelflugpiloten schließen lässt.
 In Deutschland sind schon mehr als 4000 im Einsatz.

 Am Ende des sehr interessanten Vortrages bedankte sich Herbert für unsere Aufmerksamkeit.
 Ich denke, das fiel bei diesem lebendigen, mitreißenden Vortrag wirklich keinem schwer.

 An dieser Stelle bedanken wir uns herzlich bei Herbert, dass er den weiten Weg aus Eggenfelden auf sich genommen hat,
 um uns die neuen Ansätze und Erfahrungen im Bereich der Flugsicherheit näher zu bringen.

 Bleibt mir nur noch, uns allen eine erfolgreiche und vor allem unfallfreie Saison 2007 zu wünschen.
 Der Grundstock hierfür ist gelegt.

 Euer Christoph