FSC Möve Obernau

Ein ganz normaler Sonntag

 Wetter: Anfangs Blau mit bereits frühzeitigen Quellwolken
 Wind: 25Km/h mit 50Km/h Böen aus Nord


 Nachdem sich um 11:00 Uhr ein paar Kammeraden am Platz einfanden und entschlossen haben aufzubauen,
 ging alles Schlag auf Schlag. Winde an der Westseite des Platzes aufstellen, Flieger raus, LS 8 von Thomas aufbauen
 und mit der Vereins - LS 8 an die Ostseite des Platzes ziehen.

 Inzwischen ist auch Karl Gruber erschienen (der saß nicht, wie Spötter meinen, bereits in der LS 8,
 als der Haubenbezug entfernt wurde). Karl schnappte sich einen Logger und eine LS 4.
 Aber zuerst werden die beiden Startrichtungen getestet. Da der Wind aus Nord kommt,
 sollten die beiden ersten Schlepps als Test funktionieren, ob die Winde auf der richtigen Seite aufgestellt wurde.
 Das Wetter brodelt. Überall wachsen die Cumulanten. Der starke Nordwind  kann nicht verhindern, dass sich gute Bärte bilden.
 Die ersten beiden Schlepps mit Thomas und Christoph gehen raus. Die Schlepphöhe ist nicht berauschend,
 aber die beiden sind erfahren genug um auch aus geringerer Höhe den Abflug zu schaffen.
 Fort sind sie und wurden vorerst nicht mehr gesehen.

Die Winde wird umgebaut. Es ist auch für den Ablauf besser,
wenn die Flugzeuge auf der Westseite sind. Ab sofort werden Schlepphöhe von min. 350m erreicht.
Nach dem Umbau kommt Karl Gruber dran. Ich habe ihm den Logger mit einer Aufgabe
für Michelstadt, Altfeld und zurück in den Flieger gelegt.
Auch er schafft es, sofort Anschluss zu finden und seine Aufgabe zu beginnen,
welche er souverän gemeistert hat.

Nun wollte ich, Roland, auch mal starten. Um 13:00 Uhr sollte ich die Winde fahren.
Der Twin stand schon für mich bereit, als Manfred auftaucht und mir die Idee in den Kopf kommt, meinen ersten Flug mit dem IIIer Club (G102) zu machen und mir eine Einweisung geben zu lassen.
 Manfred ist auch sofort damit einverstanden. Nachdem wir die G102 herausgeholt haben, mussten wir feststellen,
 dass wir noch abkleben müssen. Das kostet Zeit – und um 13:00 Uhr muss die Winde von mir besetzt werden.
 Nur nicht verrückt machen lassen. In aller Ruhe den Flieger abkleben und die Flugvorbereitungen machen.
 Endlich – der Start steht kurz bevor. Noch ein paar Einweisungsworte und Ratschläge von Manfred,
 die obligatorischen Überprüfungen durchführen und dann die Haube schließen.
 Das Anziehen, Abheben, Steigen bis zum Ausklinken geschieht fast von alleine. Leider muss ich mir später sagen lassen,
 dass ich den Übergang ins Steigen etwas zu schnell gemacht habe. Na ja – alles lässt sich verbessern.
 Leider bin ich in ein blaues Loch gestartet, was zur Folge hat, dass ich den Start nochmals üben durfte.
 Und das bei dem Seitenwind – sportlich – sportlich – aber kein Problem.

 Nach dem 2. Start gerate ich in einen Aufwind, welcher mich mit 3-4 m/s bis an den Deckel
 (920 m) bringt. Sektorenfreigabe? Ja, Nord 4000 Fuß, Süd 5000 Fuß.
 Also ab Richtung Pfaffenberg. Trotz erhöhter Fahrt immer noch 3 m/s Steigen.
 Ab 120 bringt die G 102 einen ganz ekelhaften Pfeifton. Der ist so laut,
 dass man gar nicht schneller als 110 fliegen möchte. Die Zeit geht schnell vorbei
 und nach 30 Minuten Flug entschließe ich mich, meinen Pflichten auf der Winde nachzukommen.
 Also Slip bis zur Vergasung. Das Seitenruder klebt und ich sinke mit 5 m/s über den linken Flügel
 in die Tiefe. Gegenanflug – Landemeldung – Queranflug - Landung – hat geklappt –
 na ja auch noch verbesserungswürdig. Aber jede Landung ohne Bruch ist eine gute Landung.
 So gesehen war es eine sehr gute Landung.

 Nun auf der Winde war es nicht so schön, zumal in der ersten halben Stunde kein Schlepp zu machen war.
 Warum bin ich nur nicht oben geblieben? Ein kurzer Anruf über Funk hätte da meinen Flugspaß bestimmt verlängern können.
 Dann kam aber doch noch richtig Arbeit auf mich zu.

 Zwischen den Starts schalte ich mal das Radio ein. Dabei erfahre ich die Hiobsbotschaft,
 dass in Babenhausen ein Segelflugzeug abgestürzt ist – Pilot tot. Die Nachricht gebe ich natürlich sofort weiter.
 Wir haben auch noch ein paar Piloten im Himmel und ich hoffe, dass es keiner von uns ist.
 Zum Glück nicht – aber die Erleichterung kam bei mir erst, als es gegen Abend hieß, Thomas und Christoph seien zurück.
 Die beiden haben gemeinsam ein 550 km FAI - Dreieck geflogen.

 Für mich kam jetzt die Arbeit, die Logger auszulesen und die Piloten richtig in die Dateien einzutragen. Das ist für mich Neuland
 und es fällt am Anfang noch etwas schwer. Am Abend kommt dann allerdings erst so richtig Arbeit auf,
 denn die Flüge ins OLC und DMSt zu stellen will einfach nicht funktionieren. Auf einmal fällt mir auf,
 dass viele Flüge mit 0 Punkten bewertet werden. Also keinen Kopf darum machen und alle Flüge ins OLC stellen.
 Tatsächlich, am nächsten Morgen sind, außer einem Flug, alle mit Punkten versehen. Das OLC - Team muss Nachtschicht eingelegt
 und den Fehler in der Software behoben haben. Den einen Flug von Dieter Steffen und H. J. muss ich mit einer umbenannten IGC - Datei
 neu überspielen, da war der Wurm drin ist. Eine Mitteilung an das OLC - Team,
 dass der 0 - Punkte Flug gelöscht werden soll, ist auch schnell geschrieben.

 Jetzt noch die Dateien vom OLC ins DMSt bringen. Auch hier wieder Probleme über Probleme.
 Aber nach ein paar Stunden am PC habe ich auch das geschafft – außer dem Bonus für die FAI - Dreiecke.
 Noch schnell ein Mail als Reklamation an das OLC - Team, dann endlich Feierabend mit diesem Tag – oder?

 Mir ist unsere Homepage eingefallen und dass ich diesen Bericht schreiben könnte. Kurz vor dem Ende stürzt mir der Rechner ab
 – komplett hochfahren – Word starten und siehe da, eine automatische Sicherung hat den größten Teil dieses Berichtes gerettet.
 
Glück gehabt.

 Roland Glas