Stundensammeln im Februar

Nach längerer Abstinenz stieg so langsam der Druck, mal wieder etwas Zeit in einem Segelflugzeug zu verbringen. Das bringt einen dazu auf verrückte Ideen zu kommen. Solche Ideen gab es in der Vergangenheit auch schon, ausgeführt wurden sie aus diversen Gründen aber noch nie. Wahrscheinlich hat es einfach mal einen Schubs eines Fliegerkollegen gebraucht, wie beispielsweise vergangenen Donnerstag.


Am Mittwoch Abend bekam ich ein Anruf von Christoph , ob ich denn Lust hätte am nächsten Morgen mit in den Schwarzwald zu fahren um dort Welle zu fliegen. Ich war etwas überrascht, da ich das Wetter schon seit einiger Zeit nicht mehr im Blick hatte. Nach einem kurzem Wettercheck allerdings die Bestätigung: Eine Welle könnte stehen. Also kurze Zeit später die Zusage meinerseits und das Abenteuer konnte beginnen. Nach dem Abendessen ging es dann nochmal raus auf den Flugplatz, um alles an der LS 8 samt Anhänger zu checken und für die Abfahrt am nächsten Morgen vorzubereiten. Wie so oft gab es noch Kleinigkeiten zu erledigen und letztendlich habe ich den Hänger dann erst um 23 Uhr aus der Halle geschoben. Dann ging es schnell heim, da der Wecker am nächsten Tag schon um 4:30 Uhr klingeln würde.


Rheinstetten Flugplatz - Möve Obernau
Flieger Aufrüsten in Rheinstetten

Am nächsten Morgen ging dann alles Schlag auf Schlag. Vom Wecker geweckt, Brote geschmiert, Kaffee gemacht, schnell zum Flugplatz und den Flieger angehängt. Um 5:30 Uhr war ich dann auf der Autobahn Richtung Rheinstetten, bei Karlsruhe. Warum eigentlich so früh? Der Plan war den Tag komplett zu nutzen und möglichst früh zu starten. Zudem waren zum Nachmittag Wolkenfelder prognostiziert, welche den Wellenflug beeinträchtigen könnten.

Als wir um 8 Uhr in Rheinstetten angekommen sind, ging schon der erste Doppelsitzer-Schlepp raus. Auch weitere Segelflieger sind angereist - der Tag scheint wohl wirklich was zu werden. Nach dem Aufrüsten reihen wir uns also in die Startaufstellung ein. Nun war Warten angesagt, denn die F-Schlepps dauerten ungewohnt lange. So langsam zog auch eine Abschirmung aus Westen rein, die uns Sorgen bereitete. Als ich um kurz nach 10 Uhr an der Reihe war, die Ernüchterung: Der erste Segelflieger ist schon wieder gelandet und auch die anderen berichteten im Funk keine optimalen Bedingungen. Sie mussten wieder unter die Wolken gehen, da es mittlerweile komplett dicht gemacht hatte.


Rheinstetten Flugplatz
Startbereit für einen Flug über dem Schwarzwald

Nachdem uns der Schlepppilot fragte, ob wir überhaupt noch fliegen wollten, haben wir dann die kurzfristige Entscheidung getroffen an den Hang im Murgtal zu gehen. Die anderen Piloten berichteten dort von guten Steigwerten. Nach dem Ausklinken habe ich dann den ersten Hang im Murgtal getestet. Dieser ging hervorragend. Christoph kam kurze Zeit später hinzu und zusammen mit zwei weiteren Kollegen tasteten wir weitere Hänge ab. Dabei mussten wir auf Rheinstetten immer genug Reserve haben, da man im Murgtal selbst schlecht außenlanden kann. Das war eine spannende erste Stunde! Irgendwann haben wir dann aber alle Hänge in Reichweite des Flugplatzes erkundet und das Warten auf die Welle begann. Im Rheintal konnte man immer wieder größere Sonnenflecken erkennen und wir hofften darauf, dass es wieder aufmachen würde, sodass wir über die Wolken steigen könnten. Leider warteten wir knapp 4 Stunden vergebens. Vielmehr sank die Basis sogar stetig ab, sodass wir uns gegen 14 Uhr entschieden langsam den Heimweg anzutreten.


Segelfliegen im Murgtal
Am Hang im Murgtal

Auch wenn kein Wellenflug möglich war hat der Tag super viel Spaß gemacht. Im Februar 4 Stunden zu fliegen ist nicht alltäglich und ich konnte durch das tiefe Fliegen im Relief viel lernen! Gerne wieder!

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